Bonfire

Nur eine einziges Hüterin ist mit ihrem Bonfire in der Stadt zurückgeblieben, alle anderen haben sich mitsamt den Bonfires auf die Heiligen Inseln aufgemacht. Wem wird es gelingen, die Stadt wieder zum Leuchten zu bringen?

Der Spielplan mit Großem Bonfire (links), den Heiligen Inseln (rechts) sowie den Spezialisten und den Ältesten (Karten oben bzw. unten)

Das neuste Spiel von Stefan Feld lässt uns im Dunkeln nach Licht suchen – und dies nicht nur im übertragenen Sinne. Die Erstpartie „Bonfire“ lässt mich vielfach im Nebel stochern, denn bis zum Entzünden der Bonfire auf meinem Spielertableau ist es ein weiter Weg. Zuerst muss ich (natürlich) mit meinem Schiff zu den Heiligen Inseln segeln und stehe dann gleich vor meinem ersten Dilemma: Welche Insel steuere ich an, nehme ich dann eine der Hüterinnen an Bord oder eine der ausliegenden Aufgaben, deren Erfüllung ein Bonfire zum Leuchten bringt? Und nehme ich lieber eine leichte Aufgabe, die ich schneller erfülle, die mir aber weniger Siegpunkte bringt, oder wage ich mich an eine mittelschwere oder gar an eine schwere Aufgabe. Umsonst ist das Ganze natürlich auch nicht: Neben den nötigen Aktionsmarkern fürs Segeln und die Inselaktionen benötige ich je nach Insel auch noch zwei der sechs im Spiel vorhandenen Ressourcen. Eine Ressource gibt mir hier der Spielplan vor, die andere meine Opferschale, die ich zusätzlich noch dafür einsetzen muss. Doch damit nicht genug: Habe ich mich für eine Aufgabe entschieden, muss ich mir nun überlegen, auf welchem meiner sieben Bonfire-Plätze ich diese platziere. Zusätzliche Punkte gibt es für die Bonfire nämlich, wenn diese von einer Hüterin bewacht werden. Und ganz optimal ist es, wenn das Bonfire in der gleichen Farbe (gelb, rot oder blau) strahlt wie der Kristall auf dem Prozessionsweg der Hüterin über dem Bonfire. Vom Prozessionsweg kommen die Hüterinnen allerdings nur zum Bonfire, wenn ein Portal für den Durchgang vorhanden ist. Die Krux bei der Sache: Meine Hüterinnen nehmen am linken Rand meines halbrunden Tableaus ihren Prozessionsweg auf, während die Portale vom rechten Rand her eingesetzt werden müssen. Je weiter der Prozessionsweg für die Hüterin, desto höher die Punktzahl am Ende des Spiels für dieses Bonfire.

Spielertableau mit Prozessionsweg (oben) und drei eingebauten Portalen sowie einem aktivierten Bonfire


Gut, am besten einfach die erste Aufgabe in der Mitte platzieren und hoffen, dass der Plan aufgeht.
Und dann erst einmal schauen, wie ich an weitere Aktionsmarker für die insgesamt sieben verschiedenen Aktionsmöglichkeiten sowie an Ressourcen komme. Hilfe kommt hier vom letzten vorhandenen Großen Bonfire, welches neben Ressourcen und Aktionsmarkern auch die Portale liefert. Aktionsmarker erhält man ansonsten über eigene Schicksalsplättchen, Ressourcen werden auf dem Prozessionsweg eingesammelt. Zur Seite stehen mir bei all den Entscheidungen und Aktionsmöglichkeiten Novizen, die mir Sonderaktionen im Hohen Rat gewähren, Spezialisten (Karten mit Dauereffekten) und Älteste (einmalige Siegpunkte).

Großes Bonfire – der Weg zu den Portalen und Ressourcen sowie Akktionsmarkern, vom Hohen Rat umgeben


All diese kleinen Puzzleteile möglichst gewinnbringend zu kombinieren, erscheint am Anfang nahezu unmöglich. Doch schon während der ersten Partie ging mir an der einen oder anderen Stelle ein Licht auf und ich konnte mir für mein zweites Spiel bereits gewisse Strategien zurechtlegen, was sich dann auch deutlich im Ergebnis widerspiegelte.

Bemerkenswert finde ich den etwas anderen Schlussmechanismus des Spiels: sobald (je nach Spielerzahl unterschiedlich) eine gewissen Anzahl von Novizen im Hohen Rat Platz genommen hat, werden die letzten fünf Runden eingeläutet. Hier kann nun jeder Spieler in jeder der fünf Runden neu überlegen, ob er noch eine Aktion ausführen möchte (oder kann) oder ob er stattdessen 5-4-3-2-1 Siegpunkte einsammelt und das Spiel für sich beendet.

Bonfire hat mich in meinen ersten beiden Partien bisher überzeugt und ich freue mich auf weitere spannende Partien, in denen es noch die eine oder andere Strategie auszuleuchten gibt. Und auch auf den Solomodus bin ich schon gespannt.

Das Spiel richtet sich durch die Fülle der miteinander verwobenen Aktionsmöglichkeiten eindeutig an Expertenspieler, wenn man die Einstiegshürde aber einmal überwunden hat, lässt es sich dennoch relativ flott spielen. So hat unsere Erstpartie zu viert ca. 2 Stunden gedauert, das Spiel zu zweit etwa 90 Minuten.

(Sandra)

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